Wofür ich den Dicken brauche

Ich muss es zugeben: Es hat Zeit gebraucht, mich zu dieser Kolumne zu überreden. Denn diese zwingt mich, das ein oder andere auszusprechen, das ich nicht gerne zugebe. Zum Beispiel das: Ich brauche den Dicken.

Schon klar: Der Chef bin ich. Jetzt muss aber ein aber folgen. Nein, sagen Sie jetzt nichts. Ich weiß schon: Ich bin ein stolzer, souveräner Hund, dem es egal sein könnte, wer unter ihm Herrchen ist. Alles richtig. Aber es gibt Momente, da wird mir meine Abhängigkeit bewusst.

Da liegst du etwa auf deiner Couch und die Blase drückt.  Draußen kommt die Sonne heraus und der, der dreht sich noch einmal in seinem Bett um. Und ich muss mit meiner vollen Blase warten. Hatte ich schon erwähnt, dass die Sonne rauskommt?

Ich könnte jetzt vor dem Bett auf- und ab tippeln. Doch, dann würde er schon aufstehen. Aber das verbraucht sich. Irgendwann müsste ich dann wirklich mal dringend raus und er würde liegen bleiben. Das führt zu Situationen, die unangenehm sind.

Eine andere Alternative wäre, draußen zu bleiben. Sicher, das ginge. Habe ich ja alles schon hinter mir. Aber ich kann sagen: Es ist nicht schön, draußen zu schlafen. Wenn Sie mal auf einer Automatte gelebt hätten, so wie ich, würden sie eine bequeme Couch nicht mehr aufgeben. Zumal der Dicke – das halte ich ihm zugute – mir eine kuschelige Decke auf die Couch gelegt hat.

Sie werden wahrscheinlich allmählich ungeduldig mit mir. Soll er doch sein Personal besser erziehen, werden Sie mit einem gewissen Recht sagen. Andererseits denke ich mir, ich habe schon einiges an Personal kommen und gehen gesehen. Es ist schwer, gutes Personal zu finden. Und der Dicke ist noch ein guter Kompromiss.