Hauptdarsteller Nebendarsteller

Hunde sind gefährliche Nebendarsteller. Wenn man nicht aufpasst, stehlen sie einem die Show. Aber es gibt auch Verlierer.

 

10 Timmy in Fünf Freunde

 

Vier der fünf Freunde sind Kinder. Das heißt: Körperlich sind ihnen die Verbrecher in aller Regel überlegen. In manchen Fällen kann aber Timmy abschreckend wirken. Oft genug taucht er allerdings erst wieder in den Schlusspointen auf. Wer daran zweifelt, dass Timmy damit eine wichtige Rolle einnimmt, kann mal versuchen – ohne Wikipedia – ob er aus dem Stand die Namen der anderen Figuren hinbekommt.

 

9 Butkus in Rocky

 

Im ersten Rocky-Film erfüllt Butkus eine wichtige dramaturgische Rolle: Über ihn wird gleichermaßen verdeutlicht, dass die Hauptfigur einsam ist – und arm. Denn er kann sich den Kampfhund aus dem Tierladen, in dem Adrian (Talia Shire) arbeitet, nicht leisten. Als Adrian ihn dann Rocky schenkt, ist das ein Hinweis darauf, dass die beiden Outsider anfangen, sich eine gemeinsame bürgerliche Existenz aufzubauen – ein Vorgriff auf eine Familie. Butkus selbst ist nun nicht der charismatischste, weswegen er nach dem zweiten Teil auch aus den Drehbüchern raus geschrieben wird, ohne dass erwähnt würde, dass er gestorben ist.

 

8 Fang in Harry Potter

 

Fang spiegelt sein Herrchen wieder: Wie Hagrid wirkt er auf den ersten Blick  Angst einflößend. Auf den zweiten offenbart sich ein sympathischer Charakter. In Der Stein der Weisen erfahren wir, dass er ein ziemlicher Feigling ist. In Die Kammer des Schreckens, dass er nicht bereit ist, gegen Spinnen zu kämpfen. Umso älter die Hauptfiguren werden, umso weniger spielt ein ängstlicher Riesenhund in ihrer Entwicklung eine Rolle.

 

7 Gottfried in Ein ausgekochtes Schlitzohr

 

Die wilde Raserei trägt im Original den Titel „Smokey and the Bandit“, was impliziert, dass Cledus (Jerry Reed) eine Hauptfigur ist. Unsinn. Den eigentlichen Film erleben Burt Reynolds und Sally Field. Cledus‘ einzige Aufgabe ist es, ihnen hinterher zu fahren. Die Drehbuchautoren haben wohl eingesehen, dass das ein ziemlich langweiliger Part ist – deswegen haben sie Cledus Gottfried zur Seite gestellt. So hat der Trucker wenigstens wen, den er ansprechen kann. Die einzig nennenswerte Nebenhandlung um Cledus – außer Bandits Auftritt in dessen Zuhause – löst denn auch Gottfried aus: Als er einen der Rocker in dem Truckerimbiss beißt und sich Cledus daraufhin für ihn schlagen muss – was ziemlich daneben geht.

 

6 Kumpel in Sie nannten ihn Krambambuli (1972) Christian Freytag

 

Eigentlich ist der Film aus dem Jahr 1972 nicht der Rede wert: Zu schwach sind Drehbuch und das Spiel von Michael Schanze, der Christian Freytag gibt. Ein junger Mann, der immer wieder in die Situation gerät, dass ihm Verbrechen angelastet werden, an denen er unschuldig ist. Das ist so vorhersehbar, dass der Zuschauer mental eigentlich wenig erfasst wird. Wäre da nicht Kumpel, ein vermeintlich herrenloser Hund, den Schanze aufpäppelt. Wie der dem Zug nachläuft, in dem die Hauptfigur – wieder einmal – unschuldig abtransportiert wird… Also, wer da nicht heult, hat kein Herz für Hunde.

 

5 Buck in Schrecklich nette Familie

 

Hunde in TV-Serien sind nett und langweilig wie Jerry in Die Schwarzwaldklinik oder Lulu in Ich heirate eine Familie. Sie haben die Aufgabe, einen Stuhl frei zu machen – aha, Herrchen will reden. Oder sie müssen mal raus, oha, Herrchen ist im Stress und jetzt auch das noch. Nicht so Buck. Der Hund der Bundys ist faul, verfressen und hört nur, wenn es ihm gerade passt. Davon abgesehen hat er einige der besten Gags. Damit hat er den Weg frei gemacht für realistische Hunde im TV – Knecht Rupprecht aus den Simpsons wäre ohne ihn nicht denkbar.

 

4 Idefix in Asterix

 

Warum ist die Serie eigentlich nach Asterix benannt? Der kleine Krieger kann (dank des Zaubertranks) jeden besiegen, ist klug, hat einen klar funktionierenden moralischen Kompass und liegt immer richtig. Mit anderen Worten: laaaaaaaaangweillig. Die eigentlichen Stars sind Obelix und Idefix. Der kampflustige Hinkelsteinlieferant und sein Schoßhund. Idefix läuft in Tour de France Obelix erstmals hinterher. Manch ein Römer hat danach die Zähne in seinem hintern spüren müssen – außerdem muss Idefix weinen, wenn ein Baum gefällt wird, was ihn erst recht sympathisch macht.

 

3 Schätzchen in Das Schweigen der Lämmer

 

Das Schweigen der Lämmer ist einer der ersten Blockbuster-Filme, in denen Frauen die Opferrolle verlassen und zu selbstbestimmten Hauptfiguren werden. Dazu gehört auch, dass Catherine Martin (Brooke Smith) sich nicht damit abfindet, im Kellerloch auf den sicheren Tod zu warten. Sie lockt Schätzchen, den Schosshund des Serienmörders in eben jenes Kellerloch und setzt sein Herrchen somit unter Druck. Unmittelbar daran schließt der Finalkampf Starling (Jodie Foster) gegen Buffalo Bill (Ted Lavine) an. Den Schätzchen – im Loch hockend – überlebt. Am Schluss wird sie von Martin aus dem Haus getragen – der Hund hat die Seiten gewechselt und gehört jetzt zu den Guten.

 

2 Eddie in Die Fabelhaften Baker Boys

 

Jake Baker (Jeff Bridges) ist ein Jazztalent, ordnet sich aber seinem biederen Bruder Frank (Beau Bridges) unter und tingelt seit 15 Jahren mit ihm durch abgefuckte Hotellounges. Sein einziger Halt ist sein Hund Eddie, der allerdings alt und krank ist. In der Nacht auf Weihnachten ist Jack so einsam, dass er Eddie beim Tierarzt besuchen will, doch dessen Aushilfe will ihn nicht vorlassen. Jake bricht dem Unsympathen beinahe die Nase und trägt Eddie auf der Schulter nach Hause. Eine wichtige Wende im Film, weil Jake erstmals etwas wichtig ist und er sich dafür ein- und durchsetzt.

 

1 Max in der Grinch

 

Der Grinch (Jim Carrey) ist ein Monster, dem aber am Ende ein Herz wächst. Ja. Cindy Lou Who (Taylor Momsen)  ist ein kleines Mädchen, das an der Kommerzialisierung von Weihnachten zweifelt und dem Monster beisteht. Süß. Aber der eigentliche Held des Films ist mit Abstand Max. Er steht dem Grinch sein ganzes Leben über bei. Was wirklich ein Verdienst ist. Er erkennt lange vor allen anderen das Herz in dem Monster. Und er lässt sich auch nicht beirren, wenn der Grinch sich mal wieder mistig ihm gegenüber verhält – und ihn etwa die Geschenke den Berg hochziehen lässt. So sollte am Ende nicht gefeiert werden, dass Weihnachten gerettet ist, sondern dass der arme Max jetzt vielleicht ein besseres Leben führen kann.

 

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Rowdy in Scrubs

 

Ein präparierter Kadaver. Letztlich nichts anderes als ein nicht verwesender Leichnam. Und dennoch eine sympathische Nebenrolle. J.D. (Zach Braff) und Turk (Donald Faison) erlauben sich einige Scherze mit ihm – stellen ihn etwa vor der Tür des Nachbarn ab, klingeln und lassen Rowdy dort stehen.