Ein Abend für Verlierer

Vereine, die ins Bedeutungslose versunken sind, kennt der Fußball viele. Einer davon wird immer wieder genannt: Tasmania Berlin. Der Club hält viele Negativrekorde der Bundesliga – unter anderem den letzten Platz in deren Ewiger Tabelle. Und waren sie auch nicht reif für die Spitzenklasse - ihren Platz im Geschichtsbuch haben sich die Tasmanen gesichert.

Die Historie ist voller bekannter Verlierer – und Verliererinnen. Diesen widmet die Werkstatt Strunkgasse (Strunkgasse 5) nun einen literarischen Abend. Am Freitag, 28. Juni, dreht sich ab 19:30 Uhr alles um die Looser in all ihren Spielarten. Der Eintritt zu „I was not a member … of any communist party – ein literarischer Abend für Verlierer“ ist frei.

Thema sind zum Beispiel die Verlierer großer Duelle wie Antonio Salieri, der Zeit seines Lebens Herrn Mozart die Butter vom Brot genommen hat, um dafür von der Nachwelt mit Vergessenheit gestraft zu sein.

Aber es gibt nicht nur die unterlegenen Verlierer. Sondern auch die weitsichtigen, wie Woodrow Wilson, der nach dem Ersten Weltkrieg die Notwendigkeit eines Versöhnungsfriedens gesehen hat – damit am Widerstand von England und Frankreich scheiterte, aber letztlich doch Recht behalten hat. Es gibt die schmutzigen Verlierer wie Sebastian Vettel, der sich ignorant gegenüber den Menschenrechtsverletzungen in Bahrain zeigte, um seinen Rennsport dort zu rechtfertigen. Oder die tragikomischen Verlierer wie Bertolt Brecht, der das „Lob der Partei“ sang, um dann vor dem McCarthy-Ausschuss seinen Kommunismus zu leugnen.

„I was not a member … of any communist party” präsentiert literarische Texte von und über Verlierer, das Publikum wählt den „Verlierer der Herzen“, zeigt in einem Quiz sein Wissen und erhält Impressionen von musikalischen Verlierern.