Das Land der Frauen - Die Wunder der Küche

So gibt es die Legende des Fischerorts Santo André de Téixido, von dem es heißt, das alle spanischen Katholiken ihn zu Lebzeiten besucht haben müssen.Schaffen sie das nicht, müssen sie als Tote ans Cabo Ortegal pilgern – in den Körpern von Insekten. Dass das dem Ort ganz profan wirtschaftlich gut tut und Souvenirstände aus dem Boden sprießen, ist kein Gegensatz zur Spiritualität. Und die Einheimischen scheinen damit leben zu können, dass sie sonntags Morgen ihren Gottesdienst neben Touristen feiern, die es sich sichtbar schwer verkneifen können, ein Selfie von dem Geschehen zu fotografieren.

Galicische Küche

Nicht nur die Natur erinnert im grünen Galicien an Irland. Die Kultur auch. Kein Zufall. Denn beide wurden von Kelten besiedelt – und nachhaltig geprägt. Dazu gehört neben ihrer Religiosität und dem Hang zum Spirituellen auch der Wille, sich es gut gehen zu lassen, wenn es denn geht. Wie Irland auch war Galicien bis ins 20. Jahrhundert arm und rückständig, kam etwa in manche Orte erst spät fließend Wasser und wanderten viele Landeskinder aus. Buenos Aires ist heute somit nicht nur die argentinische Hauptstadt, sondern dank der Einwanderer auch die größte galicische Stadt der Welt.

Zum Es-sich-gut-gehen-lassen gehört das gute Essens Galiciens. Wie es sich für eine Küstenregion gehört ist diese von Fischen und Meeresfrüchten geprägt. Den Pulpo (Krake) gibt es als Fastfood wie bei uns Currywurst oder Pommes Frites. Doch das Hinterland versorgt die Region auch mit Kühen, Schweinen und Schafen sowie mit Kartoffeln. Sodass diese ebenfalls die galicische Küche bereichern.

Wobei es Pulpo und Konsorten nicht nur, sogar eher in Ausnahmefällen als Fastfood gibt. Die Taperien prägen das Bild. In ihnen sitzen die Galicier, essen, trinken den herausragenden Weißwein des Landes und letztlich: leben. Auch und gerade wenn es draußen regnet.