Also ich mag Weihnachtsmärkte

Die FNP schreibt einen Blog, wie schlimm überfüllte Weihnachtsmärkte sind. Gähn. Gratismut. Leere Weihnachtsmärkte sind nicht besser. Aber das ist nebensächlich. Mindestens fünf  Dinge sprechen für Weihnachtsmärkte.

Erstens, Glühwein: Schlecht gelaunte Menschen verderben einem den Spaß. Das war schon immer so. Nur nimmt die Zahl der schlecht gelaunten Menschen halt zu. Und deswegen muss, wer der schönen Sitte des Sichbetrinkens nachgehen will, dies sozial rechtfertigen. Und da ist der Weihnachtsmarkt super: Der Säufer ist an der frischen Luft und unter Leuten. Da fällt es dann nicht mehr ins Gewicht, dass er sich billigste Chemieblörre reinhaut.

Zweitens, das Warenangebot: Neulich wollte ich in Ingolstadt zum C&A. Ich bog wie gewohnt am H&M links ab, passierte die Eduscho-Filiale bis kurz vor MacDonalds. Erst dann stellte ich fest, dass ich in Augsburg war. Will sagen: Innenstädte sind öde, überall gibt es das Gleiche. Wenn auch zugegeben nur partiell fällt der Weihnachtsmarkt da aus der Rolle: Zubehör für die Krippe, falsche Originalbasteleien aus dem Erzgebirge oder handgefertigte Wandschilder muss man nicht mögen – in einer deutschen Innenstadt aber erst einmal suchen, wenn man sie denn will.

Drittens, das frühzeitige Ende. Ein Abend, zu dem sich Freunde in einer Kneipe verabreden, setzt unter Druck. Wer weniger als vier Stunden bleibt, gibt den anderen das Gefühl, dass es ihm keinen Spaß gemacht hat. Und so nötigen sich viele ein viertes oder fünftes Bier ab, um schlechte Laune zu vermeiden. Da sind Weihnachtsmärkte anders. Besser. Die Standard-Verabredung beginnt um 19 Uhr und um 21 Uhr machen die Märkte in der Regel zu. Das ist super. Ein Einschnitt, der einem die Chance gibt, sich still zur Seite zu verpissen.

Viertens, die Bratwurst. Zugegeben. Dieser Punkt folgt dem argumentativen Aufbau von Punkt eins, aber ich hatte fünf Punkte versprochen und musste folglich ein wenig strecken.  

Fünftens, Leute die Weihnachtsmärkte nicht mögen, sind dort nicht anzutreffen. Und das ist dann auch das beste Argument für Weihnachtsmärkte.