Musik des Grauens - Platz 6 bis 10

6. Scooter: Dass sich ausgerechnet Scooter zur nachhaltigsten Band des Eurodance entwickeln sollte, hat 1994 keiner vorausgesehen. Denn eigentlich war der Stil darauf ausgelegt, schnelllebige Projekte zur Welt zu bringen und zu beerdigen. Im Video zum Durchbruch-Song „Hyper Hyper“ waren die Akteure denn auch kaum zu sehen. Aus der Reihe fiel Scooter nur durch einen peinlichen PR-Gag. Gegen Ende des Videos zählten sie einfach die damals angesagten DJ des Raves auf. Der Name Scooter lehnt sich an Auto-Scooter an. Deren Besucher und ihr musikalischer Geschmack wollten die Norddeutschen bedienen – und das gelingt ihnen jetzt seit gut 20 Jahren.

7. DJ Bobo: Wenig subtiler Sex war eines der wichtigsten Verkaufsargumente des Eurodance. Trotzdem gelang es DJ Bobo im Sog dieses Trends Karriere zu machen – ein Schweizer Tanz-Hobbit, so hoch wie ein halbes Dutzend aufgestapelter Tafeln Toblerone. Doch die leicht infantilen Choreographien waren Mitte der 90er State of the Art. Gemeinsam mit dem Sound bildete DJ Bobo so ein schlüssiges Gesamtprojekt. Und obendrein ist René Baumann hinter den Bühnen ein höflicher und kluger Gesprächspartner.

8. Rednex: Gleich drei Mal stürmten die Rednex in Deutschland die Nummer eins. Zwischen den Erfolgen lagen sechs Jahre und die Schweden erreichten dies mit einem Dancesong, einer Ballade und einem Dancehit mit eingebauter Indianerfolklore. Für ein Projekt des Eurodance ist das eine erstaunliche Bereitschaft, sich neu zu erfinden. Umso verblüffender, da von den Schweden heiße Gerüchte kursieren, die belegen, dass Sex und Drugs nicht nur im Rocknroll zu Hause sind.  

9. E-Rotic: Die Titel verraten die Masche: „Fritz love my tits“, “Fred come to bed” oder „Max don’t have Sex with your Ex“ – Sexualität auf das Niveau von Präpubertierenden gebracht.  Dazu passte, dass die Videos zu großen Teilen aus Zeichentricks bestanden und auf der Bühne eine andere Sängerin das Projekt vertrat als im Studio.

10. U96: Kommt ein neuer Trend in der Musik auf, gibt es einen sicheren Trick, um einen Hit zu landen: Erster sein, der den Namen des Trends in einem Song verarbeitet. Im Rocknroll gelang das Bill Haley, im Eurodance „U96“ - auch wenn der derart postulierte Anspruch war, Techno zu machen. Mit weiteren Hits wie „I wanne be a Kennedy“ oder „Heaven“ war das Projekt von Alex Christensen denn doch eher im Eurodance zu Hause.