Nazivergleiche

Der Nazivergleich ist gleichermaßen das beliebteste wie umstrittenste Instrument Deutscher Debatten. Rio-ramscht sammelt daher Nazivergleiche zum Vergleichen. Wer nennt wen einen Nazi? Heute: Der Kriegshetzer.

Donnerstag, 26. Juni 2014: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann über Spon den Linken Landtagsabgeordneten Norbert Müller, weil der den Bundespräsidenten einen "Kriegshetzer" genannt hat. Seine Wortwahl: "...das war die Strategie der Nazis in der Weimarer Republik gegen Reichspräsident Ebert."  

Mittwoch, 21. Mai 2014: Prinz Charles über Bild Wladimir Putin wegen der Übernahme der Krim. Seine Wortwahl: "Er tut das Gleiche wie Hitler."

Mittwoch, 23. April 2014: Jan Delay über Die Presse.com Heino wegen dessen Repertoire und Gastspielen im Apartheid-Südafrika. Seine Wortwahl: "Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden... Der Typ hat während der Apartheid im Sun City gesungen. Und sein Repertoire: Schwarzbraun ist die Haselnuss, Soldatenlieder..."

Montag, 31. März 2014: Wolfgang Schäuble in der Bild Wladimir Putin wegen dessen Ukraine-Politik. Seine Wortwahl: "Solche Methoden hat schon der Hitler im Sudetenland übernommen - und vieles andere mehr."

Dienstag, 18. März 2014: "Der Bote vom Bundestag" Jürgen Dietz in der Mainzer Allgemeinen Zeitung Kardinal Gerhard Ludwig Müller, weil dieser die Fastnachter mit Nazis verglich. Seine Wortwahl: "Wenn dieser Kardinal uns jetzt einen Maulkorb verpassen will, erinnert mich eher das an dunkle Zeiten."

Montag, 17. März 2014: Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der Mainzer Allgemeinen Zeitung die Mainzer Fastnachter, weil sie Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst und seine Finanzprobleme in einem Wagen des Rosenmontagszuges dargestellt haben. Seine Wortwahl: dass jemand "derart niedergemacht" werde, sei "menschenunwürdig, so etwas hatten wir in Deutschland früher schon mal in einer ganz dunklen Epoche."

Anmerkung: Tobias Huch weist darauf hin, dass es nicht auszuschließen sei, dass Müller die Inquisition meint.